„Gewinne zuerst das Herz, dann wende Dich an den Verstand, bevor Du die Kraft des Pferdes zum Einsatz forderst.“ (aus: Vollendete Reitkunst, Udo Bürger, 1959)


Ein gut erzogenes Pferd und ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Mensch und Pferd ist die unentbehrliche Basis für eine erfolgreiche und erfreuliche Zusammenarbeit. Ob es um gutes Benehmen beim Führen geht oder um das Stillstehen beim Putzen und Aufsteigen – oft bedarf es nur kleiner Verhaltensänderungen seitens des Menschen und ein wenig Konsequenz, um den Umgang mit dem Pferd für beide angenehmer zu gestalten.


Bodenarbeit kann darüber hinaus eine willkommene Abwechslung im Trainingsalltag und sinnvolle Beschäftigung für sehr junge, alte oder kranke Pferde sein. Zum vielseitigen Programm gehören Führtraining, Longenarbeit, ein kleiner Trailparcours, Gelassenheitsaufgaben oder auch Zirkuslektionen.


Fundierte Grundlage bietet hier die systematische Ausbildung
in der
TGT®-Bodenschule


Sie ist für Mensch und Pferd gleichermaßen ein systematisch strukturiertes Übungs- und Lernprogramm, bei dem beide miteinander und voneinander lernen. Schwerpunkte sind:


beim Pferd

  1. a)das Verständnis für die Kontakt-Druck-Nachgiebigkeit – Signalkette auf kurze Distanz im „direkten Körperkontakt“ vermitteln und somit eine eindeutige Verständigungsgrundlage zu schaffen;

  2. b)den Gehorsam in dynamischer Vorwärtsbewegung zu festigen;

  3. c)mehr Leichtigkeit, Körperkontrolle und Sicherheit im Umgang zu fördern.

beim Menschen

  1. a)das Verständnis für die Bedeutung einer angemessenen, taktmäßigen und feinen Signalgebung zu entwickeln;

  2. b)diese im Rahmen eines verfeinerten Signalsystems in die Ausbildungsarbeit zu integrieren;

  3. c)die eigene Körperkoordination zu verbessern, die Reaktionsfähigkeit zu schulen und die Entschlusskraft und Entscheidungsfähigkeit zu fördern;

  4. d)die Leitfunktion in der Sozialpartnerschaft Mensch/Pferd nach und nach ohne Konfrontation zu festigen.

1. Führtraining

Das Führtraining dient als Einstieg in die systematische Bodenarbeit. Hier kommt es in ruhigen und gewohnten Bewegungsabläufen in den einzelnen Übungen auf die Synchronisierung der Bewegungen, eine fein abgestimmte, taktmäßige Signalgebung und gutes Timing an. Die Pferde lernen, auf feine Signale zu reagieren und auf geraden Linien, in Wendungen, im Halt und Rückwärts und in Schritt-Trab-Gangartwechseln koordiniert, ausbalanciert und kontrolliert mitzuarbeiten. Der Mensch lernt, das Pferd nicht zu behindern, sein Signalement zu ordnen und sich für das Pferd verständlich zu verhalten. Das Gefühl im direkten Kontakt wird entwickelt. Respekt und Gehorsam werden in ersten Schritten erarbeitet.

2. Schulung am langen Leitseil

Die Arbeit am Leitseil dient dazu, das „indirekte Gefühl“, also das kontrollierte Zusammenwirken auf Distanz hin zu erlernen. Der Mensch übernimmt nach und nach immer deutlicher die „Leitfunktion“ und räumliche Kontrolle in der Arbeit. Dabei entwickeln sich in den Übungen Feinmotorik, Haltung und Ausstrahlung, räumliches Gefühl und Entschlusskraft. Das Pferd lernt, die Signalgebung im feinmotorischen Bereich zu verstehen und umzusetzen und die Fremdbestimmung durch den Ausbilder in Tempo, Richtung und Haltung immer williger zu akzeptieren. Die Übungen haben einen lösenden Effekt, verbessern Koordination und Balance und Reaktionsfähigkeit. Die Leitseilarbeit bereitet das Pferd für effektives Longieren oder Arbeit in der Doppellonge vor.

3. Modifikation des Fluchtverhaltens (Desensibilisieren)

In sorgfältig gestalteten Erfahrungs- und Lern-Situationen erlernen Mensch und Pferd systematisch die kontrollierte Bewältigung.

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