Da es mir darum geht, Freizeitreiter mit ganz normalen Pferden auf den Weg der klassischen Reiterei zu locken, möchte ich hier gern erzählen, wie ich dorthin gefunden habe.


Mein reiterlicher Werdegang begann in einer damals typischen Reitschule mit mehr oder weniger schlecht ausgebildeten Pferden, Schulstunden und diversen Pflegepferden.


Dann aber kam Alkasar – der kleine, stämmige Haflinger eroberte mein Herz im Sturm und wurde einige Zeit später mein erstes eigenes Pferd. Er war damals 8 Jahre alt, ein erfolgreiches Fahrpferd und hatte unter dem Sattel nur ein paar Grundbegriffe gelernt. Ich wollte ihn fahren und ausreiten, Dressurambitionen hatte ich zu diesem Zeitpunkt keine. Schnell stieß ich jedoch an Grenzen, die sowohl den Umgang als auch das Reiten betrafen. Ich genoss weder Respekt noch Vertrauen dieses Pferdes, und das machte uns beide zunehmend unzufrieden. Hier zeigte sich schnell, dass selbst Spazierenreiten keinen Spaß macht, wenn die Grundlagen nicht stimmen.


Mit dem, was ich bisher gelernt hatte, kam ich nicht weiter. Also las ich etliche Bücher über den „alternativen“ Umgang mit dem Pferd, übte Bodenarbeit, studierte verschiedene Reitweisen und kam so zur Reitlehre von Claus Penquitt. Nach den Anleitungen seines Buches gelangen schon bald die ersten Schritte zu mehr Harmonie beim Reiten. Diese Arbeit haben wir dann in mehreren Kursen bei Nathalie Penquitt fortgesetzt.


Dressurreiten machte plötzlich wieder Spaß, ich wollte mehr und war wieder auf die Lektüre zurückgeworfen, da gute Ausbilder in der Nähe nicht zu finden waren. So las ich Guériniére, Steinbrecht, Bürger und Podhaijsky, holte mir Rat aus Büchern von Philippe Karl, Richard Hinrichs und anderen alten und neuen Meistern, habe einiges ausprobiert und viele Fehler gemacht. Zum Glück entpuppte sich Alkasar als idealer Lehrmeister. Körperlich für die Dressur nicht gerade prädestiniert, zwang er mich zum Nachdenken und verlangte nach gründlicher Gymnastizierung und Rücksichtnahme auf seine Eigenarten. Fehler quittierte er sofort, aber er nahm sie nicht übel.


Seit 2006 habe ich mit Heike Finze endlich auch vor Ort eine hervorragende Ausbilderin gefunden, die wöchentlich über meine Arbeit wacht. Sie war Ausbilderin bei Anja Beran und Marc de Broissia und dort auch Schülerin von Manuel Jorge de Oliveira. Mit ihrer Erfahrung, Motivationsgabe und Geduld trägt sie wesentlich dazu bei, mein Verständnis für die Zusammenhänge und Feinheiten der klassischen Reiterei zu schulen.


Im August 2008 habe ich mit Alkasar den Lehrgang zum Trainer C klassisch-barocke Reiterei der FN-Prüfung erfolgreich und mit besonderer Auszeichnung  abgeschlossen. Im August 2010 folgte dann der Trainer B mit Breeder‘s Best, ebenfalls mit Auszeichnung. Ergänzend dazu habe ich mit Catalina bei Peter Kreinberg die Ausbildung zum TGT-Trainer Bodenschule und Reiten Basis absolviert.


Auch weiterhin nutze ich regelmäßig Lehrgänge und Literatur zur Fortbildung, um mein Wissen und Können zu verbessern und gebe dies mit großer Freude an Reiter der verschiedensten Leistungs- und Altersstufen mit Pferden aller Rassen weiter.